Dünen bei Chegaga
"Nicht der ist arm, der wenig hat,
sondern der, der nie genug bekommen kann."

nomadisches Sprichwort

Diese junge Frau lernt im Alphabetisierungskurs in Mellal lesen und schreiben.

Lesen und Schreiben


Vor den Toren des Ortes Mellal, zehn Kilometer nördlich von Zagora, haben sich vor rund zehn Jahren ein Dutzend Nomadenfamilien niedergelassen. Sie hatten zuvor ihre Herden verloren und waren deshalb gezwungen, ihr Leben in der Wüste aufzugeben. Sie haben niemals eine Schule besucht und können daher weder Lesen noch Schreiben. Beides Fertigkeiten, die im Alltag des Lebens in den Dörfern und Städten überlebenswichtig sind.

Alphabetisierungskurse sollen die notwendigen Hilfestellung geben, damit sich die Familien leichter im Leben außerhalb der Wüste zurechtfinden können. Sie richten sich insbesondere an die Frauen, die in der nomadischen Gesellschaft die Kulturträgerinnen sind. Lehrerin Fatimah unterrichtet ihre ungewöhnliche Schulklasse meist in zwei Schichten: Morgens lehrt sie die Mädchen Lesen und Schreiben, die für einen Schulbesuch mittlerweile zu alt sind; am Nachmittag treffen sich die erwachsenen Frauen zum Lernen. Die ersten praktischen Erfolge stellen sich schon ein: Heute können die Frauen die Preisschilder an den Teppichen ihrer Webkooperative selbst schreiben.